Was tun nach der Matura? Die erste Idee ist der Weg ins akademische Leben, beginnend mit der Wahl eines Studiums. Aber was, wenn dieser Weg der falsche ist?

Mit der Frage, wie das Leben weitergehen soll, beschäftigten sich letztes Jahr 42.000 – meist junge – Menschen in Österreich nach dem Ablegen ihrer Reifeprüfung. Für diese stellt sich die Frage nach der eigenen Zukunft, was man werden möchte und wie man seine Ziele erreichen kann. 

Viele Maturant*innen entscheiden sich deswegen für ein Studium. Die Gründe hierfür können unterschiedlich sein. Sei es eine fixe Vorstellung der eigenen Zukunft, der Wunsch nach einer guten Arbeitsstelle und einem guten Einkommen oder familiäre Vorbilder. Zudem sind für viele Traumberufe der Maturant*innen zwingend ein Studienabschluss notwendig.

Doch ein Studium zu beginnen, ist eine Sache. Es zu beenden und damit einen Abschluss zu haben, die andere. bene. sprach mit dem Studienabbrecher David Plank über seine Gründe und was der Abbruch für ihn bedeutete:

bene.: Danke, dass du dir die Zeit genommen hast. Was hattest du studiert?

David Plank: Ich hatte Biologie im Bachelor studiert.

Warum gerade dieses Studium?

Bei mir gab es schon lange ein Interesse für Tiere und generell an biologischen Themen. Also, mich hat das Thema interessiert und da war das Studium halt das Passendste für mich.

Was wolltest du mit deinem Studium erreichen?

Ich wollte Zoologe werden, um dann unter anderem in Südamerika Forschung zu betreiben.

Warum hast du dann abgebrochen?

Mein Grund waren psychische Probleme, die dann einfach zum Abbruch geführt haben.


Gab es einen Punkt, der dir gezeigt hat, dass es so nicht mehr weitergeht?

Ich hab es halt etwas länger vor mir her geschoben. Mir war zwar relativ bald klar, dass ich es nicht fertig machen werde, aber das wollte ich für mich selber nicht wahrhaben. Aber so einen richtigen Punkt gab es dann für mich, als ich realisiert habe, dass ich zu wenig ECTS hatte.

War es die richtige Entscheidung für dich?

Es war für mich definitiv die richtige Entscheidung! Weil ich hätte es nur weiter vor mir hergeschoben und jetzt läuft es für mich einfach besser. Ich bin einfach ein Arbeitsmensch und das hat mir irgendwie gefehlt. Ich war immer glücklicher, wenn ich im Sommer meine Ferialjobs hatte und nicht im Studium festgehangen bin.

Was machst du jetzt?

Ich bin jetzt Mitarbeiter in einem Biodiversitäts- und Evolutionsmuseum, wo ich verschiedenste Tätigkeiten ausführe – also Führungen, Präparationen und alles was halt so anfällt.

Braucht man ein Studium für ein erfülltes Leben?

Nein, man braucht kein Studium für ein erfülltes Leben. Es wird zwar vorgelebt und von der Gesellschaft erwartet, dass man für ein gutes Leben einen Studienabschluss braucht, aber das stimmt halt einfach nicht.

Was würdest du Maturant*innen bezüglich der Studienwahl raten?

Man kann auf jeden Fall mal ausprobieren, was einem gefällt. Und wenn es dann doch nicht passen sollte, kann man es ja einfach ändern.

Was würdest du zu einer Person sagen, die gerade einen Studienabbruch überlegt?

Ein Studienabbruch ist natürlich ein großer Schritt, den man sich immer überlegen muss. Aber man kann ein Studium ja immer wieder zu einem späteren Zeitpunkt aufnehmen.

Willst du abschließend noch was zum Thema sagen?

Abschließend will ich noch sagen, dass es wichtig ist, den eigenen Weg zu finden und man weniger auf den gesellschaftlichen Druck hören sollte.

Weitere Gründe für einen Studienabbruch können aber auch nicht bestandene Prüfungen, zu hoher Lernaufwand oder finanzielle Probleme sein. Was auch immer zum Abbruch führt, es ist kein Weltuntergang! Zwar werden für viele Arbeitsplätze Studienabschlüsse gefordert, aber es gibt dennoch gut bezahlte Stellen in der gleichen Branche, die nur eine Matura voraussetzen. Und die hat man, wenn man ein Studium beginnt, ja meist schon.

Autor: Björn Bucher

Angesagt