Sommer, Sonne, Hitzerekord. Alle Jahre wieder überschlagen sich die Meldungen über ein neues Allzeithoch der Temperaturen. Und wieder möchte man meinen, es tut sich nichts im Klimaschutz. Ein paar Zahlen stimmen dennoch zuversichtlich.

2024 dürften die Treibhausgas-Emissionen erneut gesunken sein. Bild: stux/pixabay.com

Mit 37,7 Grad Celsius im Schatten purzelten Ende Juni in Niederösterreich und Wien einmal mehr die Hitzerekorde. Laut Weltklimabericht wird die mittlere globale Temperatur bis zum Jahr 2100 um 1,4 bis 4,4 Grad Celsius ansteigen. Wie hoch der Anstieg ausfällt, hängt vor allem davon ab, wie die Menschheit darauf reagiert. Der wohl wichtigste Hebel dabei sind laut dem „Intergovernmental Panel on Climate Change“ (IPCC) die Treibhausgasemissionen.

„Klimaziele sind kein Selbstzweck“

Der Ausstoß von Kohlendioxid (CO2), Methan, Lachgas und fluorierten Gasen steht daher in Form von CO2-Äquivalenten im Mittelpunkt von politischen Klimaschutzstrategien. „Klimaziele sind kein Selbstzweck. Sie geben den Menschen und Unternehmen klare Perspektiven“, formulierte es kürzlich Katharina Rogenhofer, Vorständin des Kontext-Instituts für Klimafragen zum Vorschlag der EU-Kommission für das EU-Klimaziel 2040.

Das internationale Übereinkommen von Paris, das vor neun Jahren in Kraft trat, sieht als erstes Vertragswerk rechtlich bindende Reduktionsziele vor. Konkret soll der weltweite Temperaturanstieg auf 1,5 Grad Celsius begrenzt werden. Damit das gelingt, hat der Europäische Rat (das Gremium der EU-Staats- und Regierungschef*innen) sich zum Ziel gesetzt, bis zum Jahr 2050 keine Treibhausgasemissionen mehr freizusetzen. Im EU-Green-Deal wurde dann noch ein Etappenziel bis 2030 formuliert. Bis dahin sollen die Emissionen gegenüber 1990 um 55 Prozent sinken.

Klimaziel noch erreichbar

In Österreich hat sich die amtierende Bundesregierung außerdem vorgenommen, schon 2040 klimaneutral zu sein. Das bedeutet, dass die österreichweiten Emissionen von Treibhausgasen spätestens bis zum Jahr 2040 ausgeglichen sein müssen.

Als Liniendiagramm dargestellt sind die Treibhausgasemissionen Österreichs von 1990 bis 2030, wobei ab 2021 die EU-Zielvorgabe aufgetragen ist.

Dazu müssen in jedem Sektor weitreichende Maßnahmen gesetzt werden. „Die EU-Kommission hat Ende Mai in einem Bericht über den Nationalen Klima- und Energieplan festgestellt, dass Österreich das verbindliche Klimaziel bis 2030 erreichen kann. Jedoch nur, wenn es alle Maßnahmen des Plans umsetzt“, weiß Rogenhofer. Von Einsparungen bei Klimamaßnahmen riet sie deshalb dringend ab.

Musterschülerin Wien

Tatsächlich gingen die Treibhausgasemissionen in Österreich laut Daten des Umweltbundesamtes in den vergangenen drei Jahren stets zurück. 2023 etwa um 6,6 Prozent auf gut 69 Millionen Tonnen CO2-Äquivalent. In Wien nahmen die Emissionen seit 2005 sogar um insgesamt 31 Prozent ab. Von 2022 auf 2023 betrug das Minus elf Prozent.

Für 2024 gibt es aktuell nur vorläufige Zahlen. Das Umweltbundesamt erklärt auf Nachfrage, dass detaillierte Ergebnisse erst in den kommenden Wochen vorliegen dürften. In Prognosen gehen die Expert*innen von einem Rückgang von 2,7 Prozent aus. „Wir sehen, dass es sich auszahlt, Maßnahmen umzusetzen. Das bleibt auch weiterhin notwendig, um die Klimaziele und die Klimaneutralität zu erreichen”, so Günther Lichtblau, Klimaexperte im Umweltbundesamt.

„Wir sehen, dass es sich auszahlt, Maßnahmen umzusetzen.“

Positiv stimmt die Prognose vor allem deshalb, weil nahezu alle Sektoren, die in Österreich zum Klimawandel beitragen, im Vorjahr Rückgänge verzeichneten. Am höchsten dürften sie mit bundesweit elf Prozent bei Gebäuden und vier Prozent beim Verkehr ausgefallen sein. In Wien sind das – neben Energie – die gewichtigsten Treibhausgas-Emittenten.

Hier ein Dashboard des Umweltbundesamts mit weiteren Zahlen und Fakten.

Wenn du mehr darüber erfahren möchtest, was du im Kleinen im Kampf gegen den Klimawandel tun kannst, lies hier weiter.

Angesagt